Meine wichtigsten Tipps für den Jakobsweg – Teil 2

Hier gibt es den zweiten Teil meiner Tipps zum Jakobsweg, Auf dieser Seite gibt’s Hinweise zu den Themen Wanderstock, Trinken unterwegs, Geld abheben und dem richtigen Reiseführer.

Wanderstöcke am Jakobsweg

Brauchst du wirklich Wanderstöcke auf dem Camino?

Ganz ehrlich: Für den Camino Frances sind Wanderstöcke meiner Meinung nach absolut verzichtbar. Obwohl man überall liest, dass Wanderstöcke sozusagen die Krönung der abendländischen Zivilisation sind, empfinde ich sie persönlich nur als unhandlich, unpraktisch und überflüssig. Die Befürworter betonen, dass sie „den Körper öffnen“ und „Die Gelenke entlasten“ – wahrscheinlich deshalb sind eine ganze Menge Pilger mit den Stöckern unterwegs. Ich habe es mal einen Tag lang versucht, und dann aufgegeben. Bei jeder Kaffeepause lässt man sie liegen, latscht genervt zurück. Man packt sie ein, weil man sie gerade nicht braucht und packt sie kurz darauf wieder aus, weil man meint, sie bei jeder kleinen Steigung unbedingt zu brauchen.
Sinnvoll sind die Stöcker sicher für nicht ganz trittfeste Leute oder Pilger älteren Semesters. Viele Pilger entscheiden sich auch erst auf dem Weg für einen Holzstock, den sie irgendwann am Wegesrand finden. So mancher baut dann eine richtige Beziehung auf und nimmt ihn dann als ewige Erinnerung an den Weg mit nach Hause.
Die Unesco erklärte den Camino Frances
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zum Weltkulturerbe

Der richtige Reiseführer für den Jakobsweg

Ganz ehrlich: wenn du deinen Jakobsweg-Reiseführer schon am Flughagen liegen lässt, dann ist das nicht allzu schlimm. Folge einfach den gelben Pfeilen, du wirst ankommen und sicher weder verhungern noch verdursten. Das gilt zumindest für den Camino Frances ganz bestimmt, bei den exotischeren Wegvarianten allerdings nicht. Hier ist ein guter Führer manchmal Gold wert.

Im Wesentlichen gibt es für deutsche Pilger nur eine Wahl: das Buch von Raimund Joos aus dem Conrad-Stein-Verlag. An dem kleinen gelben Buch in der Hand erkennt man schon aus einiger Entfernung, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Landsmann handelt. Der Erfolg ist berechtigt, denn das Buch beschreibt die Etappen sehr genau, gibt gute Tipps zu den Herbergen und wird ständig überarbeitet. Dabei wirkt es nicht so verstaubt und ist sehr lebendig geschrieben. Ich habe bereits mehrere Exemplare und war schon Leser, als der an Krebs verstorbene Ursprungsautor des Werkes – Michael Kasper – noch Mastermind des Standard-Werks war.
Nur eine Minderheit der deutschsprachigen Pilger setzt auf einen anderen Reiseführer: den Rother. Mir persönlich liegt das Buch nicht so sehr, aber die wesentlichen Informationen sind natürlich auch da drin. Wer mag, kann sich selbst ein Bild machen: Rother bietet eine Leseprobe an.

Da ich nur empfehle, was ich auch wirklich kenne, hier auch noch ein Wort zum Camino Primitivo: Ich habe mich auch auf dieser Reise auf das Buch von Raimund Joos verlassen und wurde nicht enttäuscht. Über kleinere Unstimmigkeiten sehe ich gern hinweg, denn auf der anderen Seite stehen viele wertvolle Tipps, ohne die ich mich bestimmt hier oder da ganz schön verlaufen hätte. Ihr findet es hier



Immerhin
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kam 2015 von den Bahamas

Wasser und Brunnen auf dem Jakobsweg

Der Camino Frances führt durch normal besiedeltes Gebiet – es gibt also keinen Grund, sich mit Chemikalien zu beschäftigen, die Flusswasser trinkbar machen. Kioske, Cafes oder einfache Brunnen gibt es überall. Höchstens in der Meseta ist die Frequenz der Gelegenheiten etwas knapper, da lohnt es sich, einen größeren Wasservorrat mit sich herumzuschleppen. Wer unbedingt eine Outdoor-getrimmte Plastikflasche mitnehmen muss – bitteschön. Aber eigentlich reicht es, sich Halbliter-Wasserflaschen zu kaufen, die man dann wieder auffüllt, Und natürlich sollte man die leeren Flaschen dann nicht in der Landschaft entsorgen, das machen schon zu viele. Ein Wort zu den Brunnen: es gibt so einige Brunnen für Pilger. Kann man es trinken, steht „Agua potable“ drauf. Kann man es nicht trinken, dann meist „Aqua non potable“. Sicherheitshalber sollte man von letzteren Ortschaften dann die Kehle lassen. Man hört manchmal von Pilgern, die sich bei Missachtung den Magen verrenkt haben. Persönlich getroffen habe ich aber noch keinen.

Vorsicht auf den Nebenrouten

Beim Camino Primitivo sind die Gelegenheiten zur Einkehr deutlich rarer gesät, vor allem für die Hospitales-Route sollte man dringend auf einen ausreichenden Wasservorrat achten. Die meisten anderen Tagesetappen sind da entspannter. Zwei Liter für den Hospitales dabei zu haben, ist ratsam. Auch hier möchte ich nochmal auf den Reiseführer Camino Primitivo von Raimund Joos hinweisen: wenn es eng werden könnte, weist er in der Beschreibung der einzelnen Etappen deutlich darauf hin.

Der Camino Frances ist
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Kilometer lang
Geld

Geld und Banken auf dem Jakobsweg

Gibt es Bankautomaten auf dem Jakobsweg? Nehme ich meine EC-Karte mit? Und wie komme ich eigentlich an Peseten? Wenn’s ums Geld geht, gibt es auf Reisen viele Fragen. Um es gleich vorweg zu nehmen: es gibt überhaupt gar kein Problem. Du hast mehrere Möglichkeiten.

Du nimmst deine Reisekasse komplett in bar mit. Davon würde ich dir abraten. Das machen zwar einige Pilger, allerdings ist das Risiko nicht ganz so klein, dass du beim Hantieren mit dicken Scheinen gesehen wirst und sich am Ende irgendjemand findet, der die Kohle noch besser brauchen kann als du. Tatsächlich ist das leider nicht so selten. Diebstähle kommen vor. Mehr als 150 Euro solltest du nicht bei dir haben, damit kommst du einige Tage lang, ohne in der Gosse zu landen.

Du nimmst deine EC-Karte mit Gute Idee. In jedem kleinen Städtchen und in vielen Dörfern entlang des Weges gibt es Bankautomaten, wo du mit deiner ganz normalen EC-Karte Geld abheben kannst. Denk dran: du bist nicht in der Wildnis unterwegs. Sondern in Spanien. Die haben sogar schon fließend Wasser! Einen Haken hat die Sache mit der EC-Karte allerdings: du musst jedes mal beim Abheben fette Gebühren zahlen. Das nervt und grenzt an Wegelagerei.

Du bist schlau und nimmst die richtige Kreditkarte mit Mein Tipp, denn damit fahre ich seit Jahren gut. Ich bin bei einer Bank, die eine Kreditkarte herausgibt, mit der du überall in Europa ohne Gebühren Geld abheben kannst. Das machen so einige Banken inzwischen, natürlich weniger die Sparkasse um die Ecke, sondern eher ING Diba, DKB und so weiter. Nach meiner Erfahrung schluckt diese Karten quasi jeder spanische Automat. Ich hatte nie Ärger damit.

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