Jakobsweg: Die Packliste für deinen Camino Santiago (Teil 2)

Was muss unbedingt auf die Packliste für deinen Camino und was sollte lieber zuhause bleiben? Hier kommt der zweite Teil der Zusammenstellung mit Equipment für den Jakobsweg.

Peregrina Bier auf dem Camino

Wellness & Erste Hilfe auf dem Jakobsweg

Natürlich musst du auch unterwegs auf dem Jakobsweg immer auf medizinische Notfälle vorbereitet sein. Aber keine Bange: Ärzte, Gesundheitsstationen und Apotheken sind nie weit weg. Auch auf dem Camino de Santiago musst du also nicht auf die Wohltaten der modernen Medizin verzichten. Mit einem kleinem Vorrat solltest du dich aber vorab schon ausrüsten:

Hirschtalg:

Etwa einen Monat vor Antritt meiner Tour beginne ich mit dem Eincremen meiner Füße mit Hirschtalg. Dazu musst du nicht zwangsläufig mit der Flinte in den Wald. Im Drogeriemarkt deines Vertrauens gibt es mit Sicherheit eine Tube davon. Wahrscheinlich ein Millionstel Teil davon ist tatsächlich vom Hirschen, der Rest ist wahrscheinlich Schlangenöl. Aber: es macht die Füße mit jedem Eincremen ein Stück weicher und ich bilde mir ein, so Blasen vorzubeugen. Auf Tour creme ich mich dann am Morgen immer ein, bevor es wieder auf den Weg geht.

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Blasenpflaster:

Ich schwöre auf die Dinger. Selbst als Profi-Pilger ist man nicht gegen Blasen immun. Wenn man sich selbst nicht an die eigenen Tipps hält, einfach zu weit läuft oder die Schuhe nicht richtig eingelaufen sind, dann entstehen Blasen. Schon sammeln sich Trauben von Hobby-Medizinern um den Leidenden herum, einer weiß besser als der andere, was nun zu tun ist. Meine Strategie: Mit einer sterilisierten Nadel aufstechen und dann ein Compeed-Pflaster drauf. Das tue ich, obwohl ich weiß, dass etwa 50 Prozent aller Pilger eine genau entgegengesetzte Meinung haben.
Ich habe Discounter-Alternativen zu den übertrieben teuren Compeed ausprobiert, musste aber feststellen, dass die Dinger einfach nicht gut halten. Also bleibe ich bis heute beim Original.

Kopfschmerztabletten:

Nehme ich immer mit. Ich bekomme beim Wandern häufig Kopfschmerzen, vielleicht, weil ich relativ viel schwitze und nicht genug trinke, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Schon aus diesem Grund nehme ich Tabletten mit. Meine bevorzugte Sorte ist Ibuprofen, weil ich mir zumindest einbilde, dass die auch helfen, wenn man seine Knochen durch das Wandern überbeansprucht hat.

Desinfektionsspray:

Ich nehme immer eine kleine Sprayflasche mit. Klein bedeutet wirklich klein, denn 100 ml sind schon deutlich zu viel. Die Menge muss reichen, um Schrammen, Blasen oder sonstige Verletzungen zu behandeln. Zur Not lässt sich so auch mal ein wenig einladendes Klo dekontaminieren.

Schmerzgel:

Meist nehme ich nehme eine billige Diclofenac (Konkurrenten von Voltaren) mit, weil ich durch das Tragen des Rucksacks meist Schulterschmerzen bekommen. Ich habe gelesen, dass vom Wirkstoff kaum etwas ankommt. Ich nehme sie trotzdem mit, schon wegen des Placebo-Effekts. Empfohlen von anderen Pilgern wurde mir übrigens Traumeel, das helfe auch lahmenden Pferden und ist auch für Gegner der Pharma-Lobby richtig. Übrigens: Wer zu Gelenkschmerzen neigt, sollte sich vorher mal mit seinem Arzt über geeignete Manschetten unterhalten. Dann ist ein Schmerzgel vielleicht gar nicht nötig.

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Sonnencreme und Lippenpflege:

Bloß nicht vergessen! Selbst wenn du außerhalb der Hochsaison unterwegs ist, brauchst du unbedingt Sonnencreme. Du bist den ganzen Tag draußen, und selbst wenn es nicht sonderlich heiß ist, scheint dir die Sonne die ganze Zeit auf die Birne. Ich habe mir schon üble Nackensonnenbrände geholt oder auch mal einen Sonnenbrand nur auf der rechten Seite, weil der Weg halt so führte. Mit einem hohen Lichtschutzfaktor lässt sich das leicht vermeiden. Warum auch immer bekomme ich auf dem Weg sehr schnell trockene Lippe. Die besten Erfahrungen dagegen habe ich mit einem Neutrogena-Lippenstift gemacht

Brillen und Kontaktlinsen?

Ich bin ein echter Blindfisch und trage meistens Kontaktlinsen. Ich habe es mir absolut abgewöhnt, das Neutralisationszeug mit dem blöden Becher mit auf die Reise zu nehmen. Für die Zeit der Pilgertour nehme ich Tageslinsen, das ist perfekt. Weil ich unterschiedliche Stärken habe, markiere ich die rechte Seite jeweils per Edding mit einem Kreuz. So finde ich morgens auch ohne Zusatzbrille die richtige Linse.
Auch wer keine Probleme mit der Sehstärke hat, sollte unbedingt eine Sonnenbrille einpacken!

Ohropax:

Wer auf dem Camino in Pilgerherbergen übernachtet, der muss sich an eine satte Geräuschkulisse gewöhnen. Da es nicht jedermann leicht fällt, die Weltrekord-Versuche im extrovertierten Dauerschnarchen oder massive Angriffe von Hustenmonstern zu ertragen, empfehle ich die Mitnahme von Ohropax. Davon gibt es ja inzwischen allerlei Variationen, ich nehme meist die knetbaren Dinger in Neonfarben mit. Kleidet das Ohr auch ungemein.

Weitere Selbstverständlichkeiten:

Ein paar Heftpflaster sind ganz sicher sinnvoll, eine Nadel zum Aufstechen von Blasen ebenfalls. Eine kleine Packung Feuchttücher leistet zu vielen Anlässen gute Dienste, Duschgel nimmt sehr viel Platz weg, ein Stück Seife im Zip-Beutel funktioniert ebenso gut. Damit kann man sich dann auch die Haare und zur Not auch Klamotten waschen. Auf die große Packung Zahnpasta kann man sicher verzichten, da es in Drogerien oft Probierpackungen gibt, die für die Tour reichen. Auf die große Packung Zahnpasta kann man sicher verzichten, da es in Drogerien oft Probierpackungen gibt, die für die Tour reichen.

Für Januar 1989 zeigt die Pilgerstatistik genau
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Comments

  1. Hallo Herr KUCHEL,
    ich bin bis jetzt ca. 2500 km mit meinem Bruder auf vielen Jakobswegen unterwegs gewesen. Blasen haben wir dank Hirschtalk nie bekommen, dabei schmieren wir die Füße morgens dick ein, nach ca, einer Woche sind die Socken voll mit Hirschtalg, dann laufen wir auch 5 Wochen nacheinander ohne Hirschtalg weiter. Empfehlen können wir nur den Wanderpantoffel von Hanwag Tingri mit sehr weichem und weißem Yakleder, der sich sehr gut dem Fußprofil anpasst. Eine dunkle Wanderhose kann ich allerdings bei starker Sonneneinstrahlung nicht empfehlen.

    Gruß Manfred & Lothar Mönnich
    Unsere Filme über einzelne Caminos, die wir gelaufen sind, kann man unter Lothar Mönnich auf Youtube zu sehen!

  2. Author

    Hallo Herr Mönnich!
    Ja, Hirschtalg ist echt ein Wunderzeug. Die Schuhe kenne ich nicht, aber Hanwag ist in der Tat eine der Top-Marken. Da ich meist eher früh im Jahr wandere und es dann häufig noch kühl ist, komme ich mit meiner dunklen Hose ganz gut zurecht, bei 30 Grad wechsle ich dann aber auch auf die kurze Hose. Die Videos werde ich mir anschauen, denn ich plane schon so langsam den Trip fürs nächste Jahr. Beste Grüße,
    DK

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