Camino del Norte: Tag 9, von Aviles nach Cudillero

Dienstag 8. Mai 2018
Camino del Norte: Tag 9, von Aviles bis Cudillero ( etwa 30 Kilometer)

Hotel El Parque

Immerhin keine Bettwanzen

Die positive Nachricht des Tages gibt es gleich zum Aufstehen: nach einer ersten oberflächlichen Inspektion stelle ich keine Bisse von Bettwanzen an mir fest. Dabei hätte ich schwören können, dass die Dinger gestern vor Freude schon die Messer gewetzt haben, als ich zur Tür hereinkam. 

Aufstieg

Warum geht's immer nach oben?

Nachdem mich also weder der Waldschrat noch die Viecher über Nacht verzehrt haben, kann ich ja aufbrechen und gemütlich frühstücken. Das geht auch gleich gegenüber, in einem Cafe, das gerade seine Tische auf die Straße stellt. Angesichts des Nieselregens ein ziemlich sinnloses Unterfangen. Und weil der Tag so nasskalt anfängt, darf es auch noch ein zweiter Kaffee sein.

Raus aus Aviles geht es schnell, und mir fällt auf, dass wesentlich mehr Pilger unterwegs sind. Einige jüngere Leute mischen sich unter die alten Säcke. Offenbar ist der Flughafen Asturias doch für viele ein Einstiegstor für den Nordweg. 

Matschepampe

Matschepampe

Es geht heute recht eben zur Sache, die Steigungen sind übersichtlich. Möglichkeiten für ein Wassertanken an der Bar sind rar gesät, aber es gibt andere, öffentliche Wasserstellen, um die Flaschen zu füllen. So lange nicht "non potable" dran steht, ist es trinkbar. So  zumindest meine ganz private Theorie.

Unterwegs treffe ich auch immer wieder auf bekannte Gesichter. Der Mann mit dem Hinkebein, die Frau mit der rosa Jacke, der Typ, der auch bei Sonne immer mit dem Regenschutz herumläuft: alles Leute, bei denen die Sprachbarriere dafür sorgt, dass man "Hola" und "Buen Camino" sagt und dann weitergeht. Muss es wohl irgendwie auch geben, und ist auch nicht weiter schlimm. Denn ob man für sich allein bleibt, liegt immer am Pilger selbst, Anschluss zu finden ist eine Leichtigkeit.

Cudillero

Cudillero

Inzwischen mache ich mir Gedanken über das Ziel für heute. Der Reiseführer enthält ein Foto von Cudillero, das sieht wahnsinnig angenehm aus. Warum nicht dort übernachten? Ach so, keine Herberge! Das Städtchen liegt nämlich nicht mehr offiziell auf dem Jakobsweg, seit man die Strecke etwas zusammengekürzt hat. Aber es sieht halt schön aus...

El Pito

Bei El Pito

Also Hotel. Ich buche schnell was per App und bewege mich fix aufs Ziel, bis ich in Muros de Nalon an eine sehr netten, neuen und noch nicht in meinem Buch verzeichneten Herberge vorbeilaufe.  Dort sehe ich Regina, die ich in der Ökoherberge schon mal getroffen habe. Nach einem kurzen Schwätzchen, Dosenbier und Kaffee geht es weiter, ich muss ja noch ein Stück weiter. Genau gesagt noch etwa 6 Kilometer. 

Die sind schnell geschafft. Das Städtchen ist wirklich hübsch und ganz auf Touris eingerichtet. Die Saison gibt es aber noch nicht her und so habe ich die Stadt ziemlich für mich allein. 

Nach der Dusche suche ich mir ein nettes Restaurant, in dem es mal etwas anderes als das Standard-Pilgermenü gibt. Mein bestelltes Gericht hat allerdings eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Alien. Schmeckt trotzdem...

Essen in Cudillero

Alien zum Abendbrot

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