Camino del Norte: Tag 8, von Deva nach Aviles

Montag, 7. Mai 20118
Camino del Norte: Tag 8, von Deva nach Aviles (ca. 37 Kilometer)

Kafffee

Endlich Kaffee

Die Nacht gehört sicher nicht zu den Highlights meines Caminos. Etwa 9 der 8 anwesenden Zimmergenossen schnarchen um die Wetter. Ich verlasse am Morgen also fluchtartig die Camping-Herberge und mache mich auf den Weg. Die ersten Kilometer geht es durch endlose Streusiedlungen, doch kein einziger der unterwegs liegenden Supermärkte hat schon offen. Um 8.30 ist das für Spanien offenbar deutlich zu früh. So muss denn mein Frühstück warten, erst am Ortseingang von Gijon gibt es einen leckeren Kaffee. Der Weg durch die Großstadt ist eher ernüchternd. Wenig Altbau, viele schlecht gealterte 80er Jahre Bauten.

Am Hafen führt der Weg aus der Stadt heraus, allerdings auch gleich in die Industriegebiete hinein. Nicht schön. Man geht teilweise direkt durch das Fabrikgelände, Lastwagen röhren an mir vorbei. Ich beschleunige meinen Schritt ein wenig, nur raus hier. Einige Steigungen führen langsam aus dem Gebiet heraus, es wird wieder grüner. Aber der Blick auf die rauchenden Schornsteine bleibt noch eine ganze Weile erhalten. Ich mache eine kleine Pause und treffe bei der Gelegenheit meine Schweizer Mitpilger Thomas wieder. Eine ganze Reihe neuer Gesichter ziehen an uns vorbei. Es sind wohl recht viele erst in Gijon eingestiegen. Thomas ist schnell wieder weg, ich bin heute zu langsam. Gestern beim Aufstieg habe ich mir doch einige Blasen gelaufen.

Straße

Life is a highway

Ganz langsam wird es wieder richtig schön. Die asturischen Berge liegen hinter uns, es ist recht flach geworden. Wiese schmiegt sich an Wiese, kleine Wäldchen schließen sich an. Siedlungen gibt es keine, gut, dass ich ausreichend Wasser dabei habe. Es dauert fast 17 Kilometer, bis an einer Schnellstraße wieder eine Bar auftaucht.Doch danach geh es auch gleich wieder mit der Industriebrache los. Es ist vor allem Metallindustrie von Arcelor Mittal, die hier die ganze Region prägt. Je näher ich an mein Ziel komme, um so mehr riecht es nach Kohleofen. Doch bis dahin laufe ich zunächst noch eine gefühlte Ewigkeit an der Straße, lasse mich von vorbei donnernden LKWs an den Rand drängen. Wie unwürdig Da sollte man dringend was an der Streckenführung machen.

Selbsttbedienung

Selbstbedenung für Pilger

So kann ich es auch der Pilgerin in einiger Entfernung nicht verdenken, dass sie irgendwann entnervt den Daumen raushält und sich von einem Auto mitnehmen lässt. Ich laufe natürlich bis Aviles, und buche auf dem Weg dorthin ein Zimmer in der Herberge, ein Einzelzimmer, denn gestern habe ich so schlecht geschlafen.

Aviles stellt sich trotz seiner Metall-Geschichte als richtig schönes Städtchen heraus, ist für mich auch überraschend groß. Ich bin recht bald bei der Herberge und klingle. Nichts. Dann wieder. Nichts. Irgendwann meldet sich doch jemand Ich gehe zwei Stockwerke hoch und begegne einem Mann, der ein wenig nach Waldschrat aussieht. Wilder Bart, Mütze auf, darunter offenbar Ohrenschützer oder so. Er ist freundlich, aber seine Bude "El Parque" riech ultra-muffig. Das Zimmer ist ein mit wild zusammengestellten Möbeln bestücktes Etwas, ich rechne mir sofort eine hundertprozentige Chance auf Bettflöhe aus. Das Kissen packe ich lieber gleich zur Seite. Die Dusche ist heiß, könnte aber jeden Moment zusammenbrechen. Also erstmal raus, irgendwo was essen.

Aviles

Aviles

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