Camino del Norte: Tag 7, von Colunga bis Deva

Sonntag, 6. Mai 2018

Camino del Norte: Tag 7, von Colunga bis Deva (ca. 40 Kilometer).

Orangen

Orange

Aus dem gemütlichen Hotelbett komme ich nur ungern heraus, ich habe gestern noch stundenlang den Discovery Channel in der Glotze gesehen, selbst die Dokumentation über Killer-Aale hat mich gefesselt. Muss wohl Fernseh-Entzug sein.
Ich gehe auch nur ein paar Schritte. Nach dem Fraß von gestern Abend muss zumindest ein vernünftiges Frühstück drin sein. Im Cafe an der Ecke scheint so eine Art Radfahrertreff zu sein, es ist ein großes Hallo.

Colunga

Unterwegs von Colunga

Nach Omelette und Cafe von Leche geht es endlich los. Mein Gott, schon halb neun! Und nach der Schlappi -Etappe von gestern will ich doch heute aufholen. Dumm nur, dass heute ausgerechnet zwei Aufstiegs auf dem Plan stehen.Glücklicherweise habe ich mir das vorher gar nicht so genau angeschaut. Die ersten Kilometer sind auch noch angenehm einfach und dazu noch sehr schön. Ich komme ganz gut voran. Bis zum Städtchen Villaviciosa läuft's.Aber dann. Dann geht's nämlich ziemlich plötzlich los mit dem Aufstieg.Mein Reiseführer schwankt zwischen Beschreibungen von "ziemlich" und "sehr" steil. Ich schwitze mit die Seele aus dem Leib, gegen Aufstiege hat mein Körper was. Soviel Wasser kann ich gar nicht nachkippen. Dazu noch die Sonne, die in den letzten Tagen immer mehr die Hoheit übernommen hat.Puh! Taxi!

Natürlich nicht, wo sollte das auch her kommen? Also durchbeißen. Am Ende soll eine tolle Aussicht sein, die muss für die 500 erkämpften Höhenmeter aber auch phänomenal werden. Oben angekommen habe ich allerdings wenig Sinn dafür, nach dem jetzt folgenden Abstieg muss ich nämlich nochmal wieder noch für den zweiten Hügel.

Aufstieg

Aufstieg

Liegt es daran, dass ich so spät bin und die Anwohner um diese Zeit keine Pilger mehr erwarten? Jedenfalls laufen beim zweiten Anstieg viele Hunde frei umher, die nicht alle gute Laune haben. So hat sich mein Stativ am Ende doch noch gelohnt, ich nutze es als Abschreckung für miese Köter. Funktioniert ganz gut.

Nach dem letzten Abstieg flutscht es dann ganz gut. Zwar sind es noch ein paar Kilometer, aber die sind nur noch ein Spaziergang. Um kurz nach sieben bin ich in der Herberge von Deva. Etwas merkwürdig: Sie liegt innerhalb eines Campingplatzes. Eine schnelle Dusche und dann das örtliche Pilgermenü, bei dem ich meine verloren geglaubten Pilgergenossen Thomas und Edward wieder treffe. Mission erfüllt: aufgeholt

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