Asturien

Camino del Norte: Tag 6, von Pendueles nach Colunga

Samstag, 5. Mai 2018
Camino del Norte, Tag 6: von Cuerres nach Colunga (27 Kilometer)

In der Herberge

In der Herberge

Wir werden gegen 7 Uhr geweckt. Nicht wirklich sinnvoll, diese Weckaktion, denn längst sind alle schon aus den Federn und packen ihre Habseligkeiten zusammen. Mir steckt der gestrige Tag noch ziemlich in den Knochen, mein Knie ist zwar okay, aber ich bin einfach müde. Das Frühstück ist etwas angespannt, denn der Co-Hospitalero Charles ist unzufrieden mit einem Pilger, der sich erdreistet, schon ein Küchlein zu nehmen, bevor alle am Tisch versammelt sind. Es gibt einen Gratisvortrag zum Thema Miteinander, der ein oder andere Pilger verdreht nicht ganz zu Unrecht die Augen. Ein wenig reingesteigert vielleicht.

Dann folgt der gesammelte Aufbruch. Ich gehe eine ganze Weile mit einem Belgier, der auf seinem Rücken ein "Walking for Charity" -Schild trägt. Er geht für seine Organisation, die sich um Angehörige von Schizophrenen kümmert. Er erzählt mir davon, ist ebenfalls ein Wiederholungstäter auf dem Jakobsweg. Sein Sohn leidet seit vielen Jahren unter der Krankheit .

Asturien

Die tolle Landschaft von Asturien

Nach rund sechs Kilometern landen wir in Ribadisella. In diesem Ort hat sich die Stadtverwaltung offenbar einen Spaß daraus gemacht, die Pilger mit wild im Kreis führenden Pfeilen zu verwirren. Schließlich finde ich eine im Reiseführer erwähnte Brücke, und schaffe es endlich aus der Stadt. Es geht durch kleine und größere Orte, die sich eher durch ihre Strände definieren als durch interessante Stadtgestaltung.


Aber dann wieder kommen tolle Küstenabschnitte, an denen ich mich kaum sattsehen kann. Heute geht es auch häufiger mal bergauf, bei der inzwischen angenehmen Wärme komme ich ganz schön ins Schwitzen.

An der Küste

An der Küste

Ich bin wirklich langsam heute, aber macht das eigentlich irgendwas? Nö. Heute werde ich eh nicht allzu weit kommen. Die Herbergsdichte ist auf dieser Etappe nicht sonderlich gut, die Aussicht auf eine Mini-Herberge nach 35 Kilometern ist nicht sonderlich attraktiv. Also erstmal Mittagspause in einer Dorfkneipe. Wahrscheinlich sind hier so ziemlich alle männlichen Dorfbewohner anwesend und schütten sich schon kräftig einen rein. Das ist in Spanien wohl offensichtlich sozial vollkommen akzeptiert. Ganz sympathisch, wie ich finde.

Mittag!

Mittag!

Aber jetzt hier den Nachmittag abhängen will ich ja auch nicht. Ein paar Kilometer sollen es ja durchaus noch sein. Ich gehe weiter, komme durch La Isla, für einen Ferienort recht öd. Dennoch werden hier wahrscheinlich einige bleiben. Aber ich habe schon eine ganze Weile niemanden mehr gesehen. Kurz hinter La Isla  beschließe ich, mir ein Hotel in der Nähe zu nehmen und finde eines in Colunga. Das "Mar de Sueve" ist eine nette Hütte, allerdings hat man die Stadt auch nach 15 Minuten komplett erkundet. Ich dusche ausgiebig, esse ganz schön schlecht in der Nähe und gehe dann zurück ins Hotel.

Comments

    1. Author

      Danke dir, lieber Thomas! Ich freue mich, wenn jemand mitliest! Jetzt habe ich gerade den härtesten Part für heute vor mir:Aufstieg nach Deva. Noch 20 Kilomter, puh!

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