Wann ist die beste Zeit für den Jakobsweg?

St. Jean Pied de Port

Hier geht's los: St. Jean Pied de Port

Wer auf den Jakobsweg gehen will, dem stellt sich zunächst die Frage nach dem besten Zeitpunkt. Zum einen geht's natürlich ums Wetter - wer möchte schon gern im Dauerregen oder bei glühender Hitze wandern? In den letzten Jahren ist aufgrund der steigenden Beliebtheit aber auch der zu erwartende Andrang ein Thema. Die Jagd nach einem freien Bett in einer überfüllten Herberge kann durchaus das ganze Erlebnis Jakobsweg zunichte machen.

Jakobsweg: Wetter und Andrang entscheiden über richtigen Zeitpunkt

Pilgern auf dem Camino

Manchmal wird's eng....

Kaum überraschend: im Sommer ist traditionell sehr viel los auf dem Camino. Vor allem Spanier treibt es dann auf den Weg. Schaut man in die offizielle Pilgerstatistik, so sind die Monate Juni bis September die stärksten Monate, mit einem klaren Peak im August. So waren im August 2017 rund 33.000 Menschen auf dem Camino Frances unterwegs. Faustregel: bis zu 50 Prozent der Pilger sind in den vier sommerlichen Monaten auf der Reise. Mein Tipp ist es also, diese Zeit nach Möglichkeit zu vermeiden. Und wenn es bei dir anders nicht geht, dann musst du dich zumindest damit beschäftigen, hier und da rechtzeitig vorab ein Zimmer in einer günstigen Pension oder in einem Hotel zu buchen. Denn wenn eine Herberge voll ist, dann ist sie halt voll.....

Die meisten Herbergen sind ab März geöffnet, so gut wie alle ab Ostern. Mai und Oktober sind nach meiner Erfahrung die besten Monate. Falls du im Frühjahr gehen willst: Achte auf Ostern! Denn viele Spanier gehen das Endstück des Camino Frances in der Heiligen Woche ("Semana Santa"). Da wird es dann oft kurzfristig voll.

Was das Wetter angeht: im Juli und August ist es oft unerträglich heiß. Wenn du dann in der schattenlosen Meseta unterwegs bist, ist das mehr als anstrengend. Auch deswegen bevorzuge ich eher Frühjahr und Spätsommer. Denn zum Wandern sind etwas angenehmere Temperaturen viel angenehmer. Dafür musst du im Frühjahr und Herbst in Norspanien mit mehr Niederschlag rechnen. In Galicien, also dem Endstück des Camino, kann der auch mal etwas häufiger sein, als es dir lieb ist. Aber keine Angst: auf allen meinen Jakobswegen hatte ich nie mehr als zwei Tage lang Regen am Stück. Wobei es auch für diese zwei Tage immer gut ist, eine Regenjacke dabei zu haben 🙂

Jakobsweg im Winter

Jakobsweg im Winter

Pilgern im Winter

Einige erfahrene Pilger könnten auch mal auf die Idee kommen, es mit einer Pilgerreise im Winter zu versuchen. Mein frühester Camino war Ende März: von Rabanal bis zum höchsten Punkt Galiciens ging ich im Schnee. Das war eine ganz besondere Erfahrung - aber bisweilen auch etwas unangenehm.
Wer in den Wintermonaten pilgern möchte, der sollte seine Reise gut vorbereiten, denn es sind nicht allzu viele Herbergen geöffnet. Aber: in der Herberge "Ave Fenix" in Villafranca habe ich im Gästebuch gesehen, dass selbst am Heiligen Abend noch Pilger dort waren.

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